Die Kaperer
Profil
Autoren: Philipp Löhle
Damen: 2
Herren: 3
Bereich: Sprechtheater
Genre: Schauspiel
Synopse: Mörchen hat das perfekte Haus gebaut. Es wird die Menschheit vor Hochwasser schützen und kommt ganz autark ohne Fremdenergie aus - deshalb lassen sich auch die Fenster nicht öffnen. Das Haus ist unsere einzige Hoffnung. Davon muss jetzt nur noch der Rest der Menschheit überzeugt werden. Eigentlich sieht es gut aus für Mörchen: Der Prototyp steht, er ist mit Frau und neugeborenem Kind bereits eingezogen und die ersten Investoren interessieren sich für das Projekt. Andererseits fehlt dem Haus noch der Praxistest, von Hochwasser ist im wärmsten April seit Menschengedenken weit und breit nichts zu sehen und auch die hermetisch verschlossene Außenhaut funktioniert noch nicht fehlerfrei. Doch möglicherweise sind technische Mängel nicht Mörchens einziges Problem. Seine Frau und seine Freunde nehmen plötzlich merkwürdige Seiten an ihm wahr. Arbeitet er zu viel, holt ihn seine Familiengeschichte ein, denkt er gar an Selbstmord? Immer tiefer wird Mörchen in die Rolle des störrischen Märtyrers gedrängt, der allen Problemen trotzt - oder hat er sich diese Rolle selbst ausgesucht, weil er keinen anderen Ausweg sieht? Als der Regen dann endlich einsetzt, hat sich der leichte Komödienton längst in eine bitterböse Satire verwandet und das Glück lässt sich vom Unglück nur noch schwer unterscheiden. Der Held des neuen Stücks von Philipp Löhle ist in gewisser Weise mit seinem Vorgänger Gospodin (aus Löhles "Genannt Gospodin") verwandt. Wieder handelt es sich um einen Einzelgänger, der die Veränderung der Verhältnisse für eine bessere (Um-)Welt anstrebt. Mörchen ist ein Macher, ein Bastler, der die Zukunft in die Hand nimmt und so lange daran rumfummelt, bis der steigende Meeresspiegel kein Problem mehr darstellt. Wie erscheint ein solcher Weltverbesserer dem Rest Welt? Als Spinner, Märtyrer, Revolutionär? In jedem Fall wird er für uns untergehen.

