Theater

Das große Heft

Verlag Autorenagentur

Profil

Autoren: Agota Kristof 

Übersetzer: Eva Moldenhauer 

Bereich: Sprechtheater 

Genre: Schauspiel 

Synopse: Die Zwillinge Claus und Lucas geraten aus der heilen Welt ihres Elternhauses in den Krieg. Auf dem Lande, wo das Niemandsland beginnt, lässt sie die Mutter bei einer groben, lästerlichen Frau, die ihre Großmutter sein soll, allein zurück. Die Leute nennen sie die Hexe und Mörderin. Die Jungen lernen das Alphabet einer dreckigen Jugend am Rande des Krieges: Auch die Hölle kann Welt werden, wenn man sie zu lesen und zu leben versteht. Tod, Raub, Gewalt und Sexualität sind allgegenwärtig; betteln, hungern und töten gehört zum Alltäglichen. Was ehemals falsch und verboten war, ist hier richtig und gut. Die heile Welt der Erwachsenen war eine Welt von Lügen und Scheinmoral, die im Krieg zugrunde geht. Die Jungen entwickeln im Niemandsland eine eigene Gegenwelt, die sich an keine Bibel und an kein Gesetzbuch hält. Worte wie "Gefühl", "Liebe" fallen aus dem Wortschatz der Kriegskinder. Sie sind zu vage, zu ungenau. In ihren autodidaktischen Schreibstunden gibt es nur ein Merkmal dafür, ob etwas "gut" oder "nicht gut" ist: es muss wahr sein. So entstehen Aufsätze von erschreckender Sachlichkeit und entsetzlicher Präzision und so entsteht DAS GROSSE HEFT als Zeugnis der unvorstellbaren Verrohung, der emotionalen Verelendung von Kindern, die in kriegerischen Gesellschaften aufwachsen. Keine Namen, keine Ortsbezeichnungen, keine Jahreszahlen finden sich in dem Roman der 1935 in Ungarn geborenen und 1956 in die Schweiz emigrierten Schriftstellerin Agota Kristof, die modellhaft das System von Gewalt zeichnet und mit DAS GROSSE HEFT (1984) einen der bedeutendsten Romane der neueren Literatur und ein grandioses Antikriegsbuch geschaffen hat. Mit DER BEWEIS und DIE DRITTE LÜGE ist es Teil einer Romantrilogie, für die Agota Kristof mit vielen Preisen, unter anderem dem Gottfried-Keller-Preis, ausgezeichnet wurde.