Theater

Das Haus der vielen Zungen

Profil

Autoren: Jonathan Garfinkel 

Damen:

Herren:

Übersetzer: Heibert, Frank 

Aufführungsgeschichte: UA: Schaupspielhaus Bochum, 19.10.2008 

Bereich: Sprechtheater 

Genre: Schauspiel, Farce 

Synopse: Die Experten des Nahostkonflikts sagen: Je mehr man darüber weiß, desto weniger Lösungen fallen einem für den Konflikt ein; es ist vollkommen verrückt. Vollkommen verrückt und klarsichtig zugleich ist auch Jonathan Garfinkels Groteske über einen israelischen General, seinen Ziehsohn und einen palästinensischen Dichter, in der auch ein Kamel und das titelgebende Haus das Wort ergreifen. Shemon, der General, will die Vergangenheit, vor allem seine Zeit in der Armee, zur Ruhe bringen. Er lebt seit 1967 in dem Haus einer vertriebenen palästinensischen Familie. Nun taucht Abu Dalo auf, ein palästinensischer Dichter, der das Haus seiner Familie zurückhaben will und nicht mehr verlässt. Shemon beauftragt ihn als Ghostwriter seiner Memoiren. Abu Dalu schreibt, und zwar mehr, als sich Shemon träumen ließ. Auch der Palästinenser hat eine zwielichtige Vergangenheit zu bewältigen. Der 16jähre Ziehsohn Alex hat dagegen die Zukunft im Blick; er will den gesamten Nahen Osten befrieden, und zwar mit seinem "Manifest des Cunnilingus". Sein erstes richtiges Versuchsobjekt ist Suha, Abu Dalos Tochter. Doch das ist nicht so einfach... Mit unerschrockener Chuzpe verknüpft Garfinkel in seinem Stück poetische und politische Elemente. Er nimmt Stellung, aber ergreift nicht Partei, und für ihn geht politisches Engagement über politische Korrektheit hinaus. Der kanadische Autor Jonathan Garfinkel hat ein verrücktes Stück geschrieben, ein Stück über Liebe und Krieg, Familie und Schuld. HAUS DER VIELEN ZUNGEN ist verspielt, mutwillig, frech - und tiefernst. »Ja, es darf herzlich gelacht werden im "Haus der vielen Zungen", weil sich Jonathan Garfinkel trotz des schweren Themas etwas getraut hat, vor dem andere Dramatiker seines Alters womöglich zurück schrecken. Doch Garfinkel hat eine herrlich unerschrockene Art an sich, die man früher als "Chuzpe" bezeichnet hätte, und die heute "Coolness" oder zeitlos "Bauernschläue" heißt. Riesen-Beifall.« (Sven Westernströer, Der Westen, über die Uraufführung am Schauspielhaus Bochum)